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Datensammler sind Verbrecher

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Datenschutzbewusstsein von Nutzern

author: www-data

Also insgesammt habe ich in letzter Zeit den Eindruck, dass immer mehr Leute mit Eiern in der Politik auftauchen. Ob es genug sind, um den voranschreitenden Abbau der Verfassung aufzuhalten, das belibt noch abzuwarten... aber immerhin, hier z.B. der Datenschutzbeauftragte von Rheinlang-Pfalz, Edgar Wagner:

[via heise]

Ausserdem bereite die zunehmende Verbreitung von überwachungstechniken Sorge [...]. Das Datenschutzbewusstsein von Nutzern wie Anbietern sei "nicht besonders ausgeprägt". Wagner betonte: "Der Datenschutz ist Teil der Menschenwürde." Auch im Schulunterricht müsse dieses Thema noch mehr Raum einnehmen. Zudem mahnte er eine bessere Kontrolle der polizeilichen Datenabfragen an.
My thoughts exactly, bis auf eine Kleinigkeit, die mir ganz besonders am Herzen liegt: das "Datenschutzbewusstsein von Nutzern" sollte nicht Angelegenheit des Datenschutzbeauftragten sein. Der gute Herr ist schließlich für Datenschutz, und nicht für Erziehung verantwortlich.

Ich möchte das etwas ausführen:

Prinzipiell hat er recht damit, dass ein sinnvoller Umgang mit Daten sogar in den Schulen unterrichtet werden sollte. Aber ich halte es dennoch für gefährlich, dass er damit argumentiert. Sinnvoller Umgang mit Daten den Nutzern beizubringen ist eine Erziehungssache (sowohl bei Jung als auch bei Alt). Für mehr Einschränkungen für den Datensammler und -anbieter zu sorgen, ist Sache der Politik! Und genau da lauert die Gefahr für den Datenschutz: diejenigen, die für's Letztere veratnwortlich sind (Gesetzgebung, Kontrollorgane etc), könnten irgendwann anfangen das Versagen der ersteren (Nutzer, Erzieher etc) zu nutzen, um ihr eigenes Vorhaben zu legitimieren Versagen zu relativieren.

Wenn öffter das Verhalten der Nutzer in den Diskussionen um den Datenschutz zur Sprache kommt, dann macht euch bald auf Aussagen gefasst wie: "Warum sollen wir die Vorratsdatenspeicherung / SWTIFT-Datenweitergabe / [bel. Datenmissbrauchsmöglichkeit] gesetzlich verbieten? Viele User offenbaren doch sowieso freiwillig im Internet ihr gesammtes Privatleben!"

Die Antwort darauf: weil die Tatsache, dass mein bescheuerter Nachbar frewillig sein Leben der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt in keiner Art und Weise dafür als Begründung taugen kann, mich zum ähnlichen Exhibitionismus gesetzlich zu verpflichten!

2010-03-10 11:04 | www-data.blog20100310@rootshell.ro | [/digest/politics] | permanent link


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