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Michael Jackson -- Mein Nachrufauthor: www-data Wie ich heute erfahre, ist gestern Michael Jackson gestorben. Möge er in Frieden ruhen. Ich mochte ihn. Von seiner Musik mag man halten, was man will. Mir hat sie jedenfalls gefallen. Sie war originell und sie war gut, auch wenn sie nicht 100%-ig meinem Geschmack entsprach (und auch wenn ich ansonsten wirklich kein Pop-Fan bin). Aber das ist nicht der Grund, warum ich ein stiller Fan von ihm war. Ich habe ihn wahrscheinlich aus dem gleichen Grund gemocht und respektiert, aus dem ihm die meisten anderen gehasst haben: weil er sich zum Weißen hat umoperieren lassen. Und bevor mir Protestmails entgegenschwirren (und zwar von meinen *beiden* regelmäßigen Blog-Lesern :-) bedenkt doch mal folgendes: er wollte weiß sein. Ungeachtet dessen, ob das nun moralisch ein wünschenswertes Ziel oder nicht, oder ob politisch das Zeichen, dass er damit setzte, gut oder schlecht war: als Schwarzer war er nicht glücklich. Er hatte einen Traum, und dieser war: weiß werden. Und was macht der Typ mit einem solch abstrusen Tarum? Genau: diesem Traum so lange nachgehen, bis er erfüllt ist! Jetzt mag man argumentieren: ne nee, das war alles nur Show, seine PR-Berater haben das ausgeschlachtet, außerdem war der Traum eh nicht so toll etc... Nun: wie bereits gesagt, ob der Traum toll war oder nicht, das ist hier nicht das Thema. Es war sein Traum, und fertig. Und was seine PR-Berater angeht: mag sein, dass man ausgeschlachtet (oder zumindest versucht) hat, und man kann ihm ruhig vorwerfen sich auch ansonsten vielleicht zu viel "verkauft" zu haben. Aber das ist ein anderes Bierchen, und ebenfalls seine persönliche Geschichte. An seinem Traum ändert das nichts: er wollte weiß sein, und, egal wie abstrus, er hat's durchgezogen. Dafür, lieber Michael Jackson: Respekt! Die meisten von uns bleiben für immer in den Startlöchern stecken. Wir dabei haben keine unmöglichen Träume wie "Hautfarbe ändern", sondern welche, die um Größenordnungen bescheidener sind. Unsere Träume sind dabei nicht mal kontrovers (so dass es dann wenigstens heroisch wäre, darauf zu verzichten, denen nachzugehen) -- sie sind ganz normal, sozialadäquat, brav, "nett". Wie z.B. "Feuerwehrmann werden". Und wir kriegen's trotzdem nicht auf die Reihe, denen nachzugehen!... Wir laufen erst 20 Jahre lang ne abgesteckte Bildungsstrecke ab, und stecken dann anschließend jeden Tag von 8 bis 17 Uhr irgendwo fest. Betäubt. Und ab 67 aufwärts (oder 62, oder 65... je nach dem, wie andere das für uns entscheiden) legen wir uns irgendwo hin und warten dann tag-täglich auf den Tod.
2009-06-26 10:09 | www-data Older entries |