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Der SPIEGEL, ein Netzwelt-Artikel, jetzt noch unterirdischer

author: www-data

Vor wenigen Stunden ist über Twitter der Inhalt des Leitartikels der morgigen SPIEGEL-Ausgabe samt der singulären Angepisstheits-Events "geleakt" (Cover), also der Zeitschrift, die ich ohnehin nicht mehr verlinke. Der Artikel ist gar nicht so wild, wie wahrscheinlich am heutigen Montag überall aus den letzten Ecken des deutschen Internets verlautbart werden wird (und jetzt schon ist der erste Blogeintrag bei wirres.net zu finden), aber die ersten Passagen sind direkt eklig und zeugen von allerniederster Qualität. Vielleicht sollte es auch einfach zum weiterlesen animieren? Naja, der SPIEGEL, den ich damals in den 90ern gelesen habe, hatte sowas nicht nötig. Der Artikel bleibt insgesamt tendenziös, lahm und stellenweise reißerisch.
Meine Money-Quotes:

Soziale und moralische Verwahrlosung erstickt in weiten Teilen der neuen Galaxie den Freiheitsgeist der Gründergeneration.

Ist es möglich, Menschenwürde, Freiheitsrechte, den Schutz des Eigentums, also all jene Grundwerte der in diesem Jubiläumsjahr so pompös gefeierten Verfassungsordnung, im Netz zu bewahren oder durchzusetzen? Oder zerfällt das Recht im Cyberspace?

Un-glaub-lich. So einen gequirlten Unsinn zu drucken, entblöden sich ja nicht mal BILD, stern oder Focus.

Zumindest hinten im Artikel wird's besser...

Recht, das sich nicht mehr durchsetzen lässt, löst sich von selbst auf.

Schön, dieses Zitat ist frisch von der Leber weg geklaut! (Finde leider gerade den Namen des Urhebers, mag mir wer auf die Sprünge helfen?)

Weiterzitieren möchte ich gar nicht. Allerdings ist es wohl eine relativ unterirdische Glanzleistung, die beim besten Willen nicht als Reportage durchgehen kann. Irgendwann geht's mal um irgendwelche Regeln, Portale, Datenschutz, Reputation ... Grundsätzlich kann der Artikel einem nur dann wirklich Angst machen, wenn man von der Netzwirklichkeit wenig bis keine Ahnung hat. Zumindest die ZEIT macht's richtig, während der SPIEGEL endlich Ehrlichkeit, wie sie von Bloggern vorgeschlagen wird, zeigen könnte.
Für mich bleibt das Fazit an die Redakteure: Thomas Darnstädt, Frank Hornig, Martin U. Müller, Marcel Rosenbach, Hilmar Schmundt: Note vier minus. Setzen.

Update: Netzpolitik hat sich jetzt auch damit auseinandergesetzt.

2009-08-09 23:33 | www-data.blog20090809@rootshell.ro | [/digest/media] | permanent link


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