<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0">
  <channel>
    <title>Looking for the Guilty</title>
    <link>http://blog.rootshell.ro/index.cgi/</link>
    <description></description>
    <language>en</language>
    <docs>http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss</docs>
    <generator>blosxom/2.1.2</generator>

  <item>
    <title>Sind Ökonomen systematisch antidemokratisch?</title>
    <pubDate>Tue, 26 Jan 2010 10:03:00 +0000</pubDate>
    <link>http://blog.rootshell.ro/index.cgi/2010/01/26#sind-oekonomen-faschisten</link>
    <category>/digest/economy</category>
    <guid isPermaLink="false">http://blog.rootshell.ro/index.cgi/digest/economy/sind-oekonomen-faschisten</guid>
    <description>&lt;p&gt;
Gerade gelesen: &lt;a href=&quot;http://www.bernerzeitung.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Der-irre-Vorschlag-eines-gefeierten-konomen/story/13538436&quot;&gt;Demokratien wie die Schweiz oder Deutschland sollen in der 
Dritten Welt Städte neu gründen und in ihre Obhut nehmen. Was sich anhört wie ein 
Rückfall ins Kolonialzeitalter, ist der ernsthafte Plan eines US-Star-Ökonomen&lt;/a&gt;.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Da überlege ich doch: Stehen Wirtschaftswissenschaftler überhaupt auf den
Grundlagen der Erklärung der Menschenrechte, der Europäischen Menschenrechtskonvention,
der UN-Charta und des Grundgesetzes? Wenn solche Vorschläge kommen, die keine
völkerrechtliche oder demokratische Basis haben? Ich sage: nein.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Ökonomen sind überhaupt nicht an solchen Fragen interessiert. Selbst demokratische
Spielregeln werden rein spieltheoretisch zerlegt, die Frage nach der Moral ist irrelevant.
Die Ökonomie &lt;i&gt;kennt&lt;/i&gt; den Begriff der Moral nicht. Ökonomie ist nicht unmoralisch.
Sie ist &lt;i&gt;amoralisch&lt;/i&gt;. Denn eine Kenntnis, geschweige denn ein Bekenntnis zur Würde des
Menschen kommen in der ökonomischen Lehre wohl nicht vor. Von Demokratie gar nicht erst
zu sprechen.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Viele Menschen möchten den Ökonomen unterstellen, sie seien unmoralisch. Diese Vorstellung
ist ein Produkt westlicher Logik: Entweder jemand ist &quot;A&quot;, oder er ist das Gegenteil von
&quot;A&quot;. Dass jemand &quot;A&quot; überhaupt nicht kennt beziehungsweise nicht berücksichtigt, kommt
niemandem in den Sinn. Das Phanömen tritt besonders deshalb auf, weil die grundlegende
Doktrin der Wirtschaftswissenschaften den Begriff der Ethik nicht axiomatisch mit
verarbeitet. Warum eine bestimmte Schule (Keynesianismus, Klassik, Neoklassik, ...) zu
einer besseren Welt für alle oder zumindest viele führen soll, ist immer nur ein
Nebenprodukt, niemals Ziel, auch wenn es im Nachhinein so gerne behauptet wird. Adam
Smith schießt dabei den Vogel ab: Frei zitiert sagt er, wenn jeder an sich denkt, ist
an jeden gedacht.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Der tiefe geistige Verfall der Wirtschaftswissenschaften ist so weit fortgeschritten
beziehungsweise so lange bestehend, dass sich einige progressive Denker in einem
Netzwerk zusammengeschlossen haben: &lt;a href=&quot;http://www.paecon.net/&quot;&gt;Netzwerk der
post-autistischen Ökonomie&lt;/a&gt;. Sie betrachten die Gegenwartsökonomie als
autistisch, klinisch definiert als &quot;[...] die Schwierigkeit, mit anderen Menschen zu 
kommunizieren [...] stereotype oder ritualisierende Verhaltensweisen [...] 
grundlegende Unterschiede gegenüber nicht-autistischen Menschen in der Verarbeitung 
von Sinneseindrücken und in der Art ihrer Wahrnehmungs- und Intelligenzleistungen&quot;
(vergleiche Wikipedia). Na wenn das mal nicht ein Volltreffer ist! Dem Netzwerk
sei an dieser Stelle viel Erfolg gewünscht.
&lt;/p&gt;</description>
  </item>
  </channel>
</rss>

